
Die Pressekonferenz der Ausstellungspräsentation hat am Freitag, den 13. Januar 2012 um 11 Uhr in der Sala Rossa im Palazzo dei Normanni stattgefunden, während die Einweihungszeremonie am gleichen Tag um 19.00 Uhr in den Sale Duca di Montalto stattfand. Bei der Gelegenheit wird eine noch nie aufgeführte stark emotionale Performance in die Vision der Ausstellung einführen, womit das ersehnte Zurückkommen des jungen Künstlers aus Trapani in seinem Heimatland gefeiert wird, nach dessen neuesten künstlerischen Erfahrungen in China, Boston und Berlin.
Die Ausstellung wird unterstützt von der Region Sizilien, dem Parlament Siziliens und der Fondazione Federico II und wurde hevorgerufen von der Associazione Sicilia Promotion mit dem Beitrag der Galleria Affiche Milano und der Galleria 71 Palermo. Weiterer Sponsor ist URSA Italia SrL.
Die Ausstellung: Für die Räume des Palazzo Reale baut der Künstler eine ungewöhnliche Strecke auf, die sich vom unteren Stockwerk aus aufteilt, in dem Videos versammelt sind mit den Performances des Künstlers bis hin zum zentralen Raum des oberen Stockwerks, wo eine labyrinthische Konstruktion, aus mehr als 40 Werken großer Dimension zusammengestellt den Besucher in Windungen verwickelt, die ihn zur großen Hinterwand komplett von einer Arbeit mit eindrucksvollen emotionalen Dimensionen führt.
Die außergewöhnliche künstlerische Praxis von BIOS, immer in Balance zwischen Malerei und Installation, findet in den thermoakustischen Flächen aus Polysterol, hergestellt von der Firma URSA Italia SrL, die physische und konzeptuelle Unterstützung für seine Werke, eine Art um die verzweifelsten Materialien miteinander zu verbinden - Malerei, wiederverwertete Objekte, Plastik, Stoff, Zement – in einer künstlerischen Arbeit, die in der Lage ist, visuell und emotional ursprüngliche Bewegungen herzustellen. Gegenüber der Wände, übersät mit Zement und fast roh gelassen, durchlöchert von Projektilen verschiedener Kaliber, Magnum, Kugeln, Lupara, und an den Wandinstallationen mit Nummern, Worten, Buchstaben, vergewaltigte Zeichen vom entschiedenen und zielgerichteten Gebrauch von Schusswaffen, lässt man sich von einem leisen Echo tragen und fängt an über den provokatorischen Klang, den diese Mauern ausstrahlen, zu reflektieren. Ein Klang, der uns von den Leben und den Leiden der Menschen erzählt.
Die Kunst von BIOS – bestätigt die Kuratorin der Ausstellung Martina Cavallarin – erscheint autodidaktisch, sie hat sich aber gewandelt, auf einem genauen kulturellen Weg, von antiken Codes wie der Grafik oder der mittelalterlichen Literatur, Gravierungen, der heilige Kunst und einem imaginären Erscheinungsbild. Seine künstlerische Suche ist fruchtbar und konstant und wendet sich immer an ökologische Problematiken und geweihte Existenzen, notwendigerweise an die leidenschaftliche Recherche nach Gerechtigkeit, Wahrheit, Bewusstsein, Liebe. Die Rekonstruktion und der Schutz der Erinnerung öffnet eine Straße in der Oberfläche des Zements, dringend wie die Kugeln, die sie durchbohren, um die Stille auszuweiten und die Erinnerung nicht zu verlieren.
Ein bulimischer und energetischer Maler, Performancekünstler sowohl in den Gesten, mit denen er seine zweidimensionalen und dreidimensionalen Werke füllt und vom Fleisch löst, als auch in den Inszenierungen, die integraler und lebendiger Bestandteil seiner Arbeit sind. Bios macht eine persönliche Recherche, die die soziale Dimension untersucht. Dabei konzentriert er sich auf stachelige Themen wie Abtreibung, Ökologie, Unterdrückung, Gewalt, physische und mentale Grenzen. Das, was den jungen Künstler aus Trapani interessiert, der zwischen China und Italien lebt und arbeitet, sind die Beziehung zwischen Mensch und Kunst zu untersuchen, zwischen Mensch und Umwelt, zwischen Menschen im tieferen Sinn der zwischenmenschlichen Beziehungen von Hass und Liebe, um über die Veränderung der Sprache und der Materialien in die metaphysische Dimension einzudringen. Die ausgestellten Arbeiten sprechen mittels präziser Codes und hinterfragen damit das private und kollektive Bewusstsein mit einer Kunst, die stets Gebrauch macht vom Einmischen einer performativen Aktion sowohl wenn sie die Szenen strukturiert, in denen die Jäger virtuell auf die Beute schießen, eine exzellente Metapher, als auch wenn der Künstler „Pinocchio“ darstellt oder eine Kreuzigung simuliert. Auch die Wandinstallationen mit den Zahlen, die präzise Zeichen, Logos sind – wie im Fall der Zahl 194, die das Gesetz zur Abtreibung enthält, oder im Fall von Worten, Buchstaben, Schriften- in der Endphase der Arbeit werden sie vom entschiedenen und gezielten Gebrauch der Schusswaffen vergewaltigt.
Aufmerksam auf die Dynamiken der Erinnerung und ihrer Konservierung, ist seine Arbeit eine übertriebene und unverbundene Ablagerung von Materialien und Techniken, die in der komplexen Beendigung des Werkes Ausgewogenheiten und unverhoffte Harmonien offenbaren. BIOS weitet die zeitliche Dimension mit allen ihm bekannten Mitteln aus: Spachtel, Pinsel, Netze, Projektile, Plastik, Stoff, Zement und einem Durcheinander an Materie und Objekten. Auf diese Weise setzt sich der Künstler und das Kunstwerk, das er erschafft in eine erhöhte Position, von der aus es möglich ist, nachzudenken und über sich zu reflektieren um sich immer wieder konstant ins Spiel einzubringen, um das Unwohlsein und die Pietät immer wieder herauszuschreiben, die seine gesamte Produktion konstant und leicht durchzieht.
Seine außer- und ungewöhnliche künstlerische Praxis ist stets im Gleichgewicht zwischen den Genres – Malerei und Installation – und den Mitteln gehalten: die URSA Wände, thermische Isolierungen aus Polysterol für das Baugewerbe, sind die Basis, die BIOS als physische und konzeptuelle Unterstützung seiner Werke verwendet.





















